Auf in den Nationalpark! Anders als bei den argentinischen Nationalparks ist es hier in wenig schwieriger, zu Informationen für „Selbstanreiser“ zu kommen. Das Geschäft mit organisierten Touren boomt, und auf unserer Anreise folgen uns mehrere grosse Busse.
In Puerto Natales hat uns mit einer dicken Wolkendecke verabschiedet, Torres del Paine begrüsst uns mit Sonnenschein. Durch den Nationalpark führen nur Schotterstrassen, und so dauert unsere Fahrt bis zum Hotel noch gut eine Stunde. Das ist aber auch den vielen Fotostops geschuldet, die wir unterwegs einlegen, um die berühmten Torres, Seen mit Flamingos, Seen mit Boten, Seen mit noch mehr Bergen und noch mehr Berglandschaften einzufangen.



Wir sitzen kurz draussen in der Sonne und warten, dass wir unser Zimmer beziehen können – das Zimmer „with the nicest view“, wie uns wiederholt mitgeteilt wird. Das Versprechen wird gehalten, unser Zimmer blickt direkt auf die Cuernos de Paine.



Nach dem Einchecken erklimmen wir den Mirador de Condores direkt beim Hotel. Die Kondore lassen sich heute nicht sehen, aber dafür haben wir einen 360-Grad-Blick. Vor uns der Lago Pehoe mit unserem Hotel und dem Bergmassiv, hinter uns der Südteil des Nationalparks. Hier zeugen noch Unmengen toter Bäume vom letzten verheerenden Brand in 2011, von dem sich der Park immer noch nicht erholt hat.





Tag 2
Tag 2 startet nass und mit tief hängender Wolkendecke. Wo sich gestern noch das Bergmassiv erhoben hat, hängen dicke Wolken. Wir machen uns trotzdem auf unsere Wanderung zum Wasserfall und Aussichtspunkt.
Fotoschule mit Claus
Bei der Ankunft am Grande Salto drängt sich eine kleine Fotoschule fast schon auf. Wie geht das nochmals mit der Kamera um das Wasser in langen Strähnen oder perlig klar zu fotografieren? Zwar habe ich meinen 9 Stufen circular ND Filter diesmal nicht eingepackt, aber das bedeckte Wetter und die Kamera mit ISO 50 lässt sich bei geschlossener Blende f22.0 immer noch 0.6s lang belichten, was zu einer schönen Weichzeichnung des Wasserfalls führt. Das gegenteilige Extrem bei 1/10000s Blende 5.6 und ISO 6400 macht das Wasser perlklar. Nina macht das mit ihrer Olympus Kamera nach und hält ebenfalls einen perlenenden Wasserfall fest.






Nach 3 Stunden Nieselregen langsam durchnässt und mit der Laune so tief wie die Wolken machen wir uns wieder auf zum Hotel.



Das Luxus-Hotel am Weg mit edler Lounge und Blick auf den Salto Chico (den kleinen Wasserfall) verkauft uns keinen Kaffee („all inclusive, we do not have prices…“) und so verzehren wir unser Lunchpaket halt nicht an der freien Luft unbequem auf einem Stein sitzend, sondern in der warmen Aussichtsnische neben unserem Zimmer. Später tut sich der Himmel aber auf – und voilà, es gibt doch noch ein paar Bergfotos!
Und schliesslich entdecken wir, dass unser Hotel auch eine Lounge hat! Hier schreiben wir den heutigen Blog. Morgen geht es auf zum Mirador Torres del Paine, einer der „Must-Do“-Wanderungen in jedem Reisführer.