Tagesausflug nach Uruguay, Colonia de Sacramento
Schlange stehen
Heute heisst es früh aufstehen – mein Wecker klingelt um 6 Uhr 20, damit ich rechtzeitig am „Quai“ bei Puerto Madre ankomme. Die Fähre fährt um 8 Uhr 30, aber schon um 7 Uhr steht in der Halle vom Fährunternehmen eine lange Schlange, die sich um mehrere Ecken bis hin zum eigentlichen „Anstehraum“ vor dem Check-In Schalter schlängelt.

Nach 15 Minuten überprüfe ich nochmals meine elektronische Fahrkarte, und übersetze, dass ich mich gar nicht anstellen muss, weil ich ja schon den Web-Check-In gemacht habe. Meinen ersten Kaffee in der Hand reihe ich mich in die Schlange zur Rolltreppe in den nächsten Stock ein. Alle um mich herum wedeln mit einem Stück Papier mit QR-Code, nur ich nicht. Hat denn keiner das Web-Check-In gemacht? Muss ich mich doch beim Check-In für ein Papier anstellen? Ja, sagen die chinesischen Touristen hinter mir. Nein, sagt die Angestellte vom Fährunternehmen. Also nochmals in die inzwischen 20 m lange Schlange für die Rolltreppe anstellen. Oben dann in die Schlange für die „Migraciones“ für die Aureise aus Argentinien. Die Migration interessiert mein Boarding-Pass nicht, schickt mich aber in die nächste Schlange für die Passkontrolle für die Einreise nach Uruguay. Ganz ohne Schlange finde ich auf der riesigen Fähre einen Sitzplatz stelle mich erst nach 1 Stunde und 20 Minuten wieder zum Ausstieg an. Von der Überfahrt sehe ich leider nichts – die Fenster sind weit weg und bieten nur Blicke auf das braune riesige Flussdelta.


Colonia de Sacramento
Colonia de Sacramento ist ein kleines, pittoreskes, aber an diesem Feiertag vollkommen überfülltes Städtchen. Tagestouristen aus Buenos Aires strömen aus den 2 riesigen Fähren, die alle 2 Stunden anlegen und Touristen aus Montevideo werden mit unzähligen Bussen herangekarrt. Ich hatte schon genug Aufregung und Menschenmengen am Morgen und fahre mit einem gemieteten Fahrrad an einen Strand ausserhalb von Colonia. Das ist nun tatsächlich das erste Mal nach 7 Tagen, dass ich Zeit habe, ein wenig zu lesen und nichts zu tun.


Erst am Nachmittag fahre ich zurück. Inzwischen sind die ersten Busse wieder abgefahren und das Städtchen ist ein wenig ruhiger. Mit den von Platanen gesäumten Alleen und vielen Cafés könnte Colonia auch in Südfrankreich liegen. Nur die ausgestellten Souvenirs sind keine handgemalten Kacheln, sondern jede Menge Lederzeugs und Wollhandarbeiten. Weiter gibt es nichts zu sehen, und das einzige Souvenir, das ich aus Colonia mitnehme, ist ein heftiger Sonnenbrand überall dort, wo ich mich offensichtlich nicht eingecremt habe. Daylong LSF 50 wirkt also 🙂




Fast ohne Schlange und mir mir in der Business Class fährt das Boot zurück und nach ein paar Seitenwechsel (wo ist jetzt nochmals Westen?) gibt es sogar einen Platz mit Sonnenuntergang.

