Noch im Dunklen werfen wir alles, was noch im Zimmer herumliegt, planlos in den Koffer – heute müssen wir das Zimmer räumen, um den Komfort des grossen Bettes mit einem Zeltlager zu tauschen. Um 7 Uhr 30 holt uns unser Transfer zum Start unseres Wanderweges 16 km ausserhalb von El Chaltén ab. Kurze Zeit später stehen wir mit einer Reihe von anderen Wanderlustigen am Parkeingang am Rio Eléctrico und ich suche vergebens ohne Internet das Ticket für den Nationalpark, das uns die Reiseagentur zur Verfügung stellen sollte. Da hilft alles nichts und wir beissen in den sauren Apfel und lösen für $100 (USD) nochmals den Eintritt. Mit den ersten Sonnenstrahlen im Rücken brechen wir auf.

Leider waren das auch einige der wenigen Sonnenmomente, die uns auf dieser Wanderung begleiten. Das patagonische Wetter beschert uns heute Regen und Wind und auch bei unserer Ankunft in unserem „Base Camp“ vor Mittag, etwas versteckt an einem kleinem Fluss, ist das Wetter ungemütlich. Unser heutiges Etappenziel, die Laguna de los Tres ist mit dicken Wolken verhangen und der Regen wird vom Wind horizontal über die Ebene gepeitscht.

Der Aufstieg zur Laguna mit 400 Höhenmeter auf 1 Kilometer am exponierten Hang entlang scheint uns da wenig verlockend, auch wenn dass die vielen anderen Wanderer, die uns im Schnelllauf auf dem Weg überholen, nicht zu stören scheint und weiter den Weg entlangpreschen. Wir geniessen unseren Tee im Gemeinschaftszelt und hoffen, dass das Wetter später wechselt, und haben so Zeit für ein Mittagsschläfchen im warmen Zelt.

Das Wetter aber bleibt ungemütlich und wir im Base Camp. Erst gegen Abend verzieht sich der Regen und die Wolken.

Die anderen Wanderer planen schon ihren Weg zur Laguna am nächsten Morgen, mit hoffentlich schönen Wetter, um den Sonnenaufgang vor Ort zu erleben.

Nach einer ziemlich unbequemen Nacht (warum werden Isomatten eigentlich mit jeder Minute ungemütlicher?), in der der Wind in Böen über unser Zelt tost, entscheiden wir uns abermals für das „Weichspülprogramm“. Keine schlechte Entscheidung: Mit einem Kaffee in der Hand haben wir von unserem Zeltplatz in der Hand den besten Blick auf den Fitz Roy genau als dieser von der Sonne rot angestrahlt wird.

Auf zur Etappe 2, auf der wir in knapp 2 1/2 Stunden keinen anderen Wanderer begegnen. Beinahe schon etwas unheimlich, nachdem wir gestern unseren Platz auf dem Weg mit genügend Abstand zwischen den Wandergruppen hart erkämpfen mussten. Dann ist es aber auch schon wieder vorbei mit der Ruhe. Keine Zeit zu rasten, es muss schnell ein Platz in der Wanderschlange gefunden werden. Die ersten Wanderer sind schon wieder auf dem Rückweg und auch wenn der Wanderweg gut ausgeschildert und ausgelaufen ist, bräuchten er wohl heute noch ein paar Meter mehr Platz, um die Massen an Wanderer zu leiten. Der Wanderweg auf dem Rigi an Auffahrt scheint da fast erholsam gegen zu sein. Schlussendlich erreichen wir aber doch die Laguna Torre, wo der Glaciar Grande endet und einzelne Eisberge in die Lagune abstösst.

Nachdem wir unsere Lunchsandwiches aufgegessen und endlich deutlich Gewicht im Rucksack reduziert haben, brechen wir auf zum Rückweg. Es ist warm, die Sonne scheint, der Wind hat abgeschwächt und der Wanderweg schlängelt sich leicht bergab für 8 km bis nach El Chaltén.

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